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Published on Juli 9th, 2015 | by Monika Thoma

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„Frauen, seid sichtbar!“ – Dritter Businessfrauentag der IHK in München

Dass Männer mitunter auch mit Wasser kochen, darauf wies Moderatorin Susanne Rohrer vor 200 Managerinnen, Unternehmerinnen und Führungsfrauen im großen Sitzungssaal der IHK hin. Ihr Beispiel: Christopher Kolumbus. „Seien wir uns doch mal ehrlich: Was uns als eine Erfolgsgeschichte verkauft wird, ist doch in Wahrheit ganz anders: Der Mann wusste nicht, wohin er fuhr, wo er war – und das mit dem Geld einer Frau.“

Ganz so kämpferisch ging es dann nicht weiter an diesem Nachmittag des 2. Juli 2015, zu dem Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern Peter Kammerer unter dem Motto „Frauen in der Wirtschaft: ERFOLGREICH. VERNETZT. 2015“ begrüßte. Es sei immer noch sei es etwas Besonderes für ihn, vor einem weiblichen Publikum zu sprechen. „Normalerweise dominieren hier die Männer“.

Langer Atem, reiche Ernte

Dabei bringt es die IHK glaubhaft rüber: Es ist ihr ernst damit, Frauen zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Veranstaltungen wie der Ehrenamtstag für Unternehmerinnen mit hochkarätiger Rednerliste, der neue Arbeitskreis Unternehmerinnen und die Absicht, Frauen bei der Wahl in die IHK-Vollversammlung zu unterstützen, machen es deutlich. Aber „es braucht einen langen Atem und Ausdauer, bevor die Ernte eingefahren werden kann.“

Lieber unperfekt begonnen, als perfekt gezögert

Welche Taktiken frau sonst noch hat, machte anschließend Monika Scheddin, Netzwerkexpertin und Coach, bei ihrer Begrüßung deutlich: Die Präsidentin des Woman’s Business Clubs sagt: „Willst Du was Neues, musst Du etwas Altes loslassen“. Statt randvollen Terminkalendern und kräftezehrendem Perfektionismus also das Plädoyer für mehr Lässigkeit, Inspiration und gleichzeitig gezieltes TUN – am besten ETWAS jeden Tag.

Mehr Sichtbarkeit!

Angelika Wetzstein, Head of Executive und Supervisory Board Matters (GSB) bei MAN Truck & Bus AG ergänzt: „Schreien wir Frauen öfter ‚Hier!‘, wenn es darum geht, mehr PS ins Leben zu bekommen. Trotz gläserner Decke, die es übrigens nicht nur im Unternehmen, sondern auch in der Selbstständigkeit gäbe. Die Lösung: Mehr Sichtbarkeit! Denn Leistung müsse auch mit der eigenen Person in Verbindung gebracht werden. „Pflegen Sie die eigene Marke – im Auftreten, im Arbeitsstil, gegenüber Kollegen und Kunden.“

Besonders wichtig, so die erfahrene Konzern-Mitarbeiterin: Das eigene Netzwerk! Einer ihrer früheren Chefs glänzte immer wieder mit tollen Ideen und sie hat gemerkt, dass er einfach sein Netzwerk angezapft hat und das daher wusste. Ihr Fazit: „Begrenzen Sie sich nicht selbst. Wir glauben immer, wir müssen etwas schon können, bevor wir eine Aufgabe übernehmen. Da kann man auch reinwachsen. Lernen Sie außerdem, die Macht zu lieben, denn sie gibt Gestaltungsspielraum.“

Die anschließende Podiumsrunde mit Führungsfrauen und Unternehmerinnen brachten Erfahrungen aus dem eigenen Unternehmen – und Leben – mit:

  • Sichtbarkeit ist eines der wichtigsten Themen – sonst kommt frau nicht voran
  • Jede Frau entschiedet selbst über ihre individuelle Quote Beruf-Familie
  • Chefinnen unterstützen ihre Angestellten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Nicht: Statt: „Warum fragt mich keiner?“ Bringen Sie sich lieber selbst ins Gespräch
  • Mehr Solidarität unter Frauen
  • Frauen führen anders – eher konsensorientierter, genauer, dialogorientierter
  • Weibliche Chefs wollten häufig schon immer Chef sein – und mitgestalten
  • Weibliche Visionen unterscheiden sich von männlichen: Frauen wollen nicht nur den Beruf
  • Die vorherrschende Präsenzkultur macht’s den Frauen schwer

Doch auf dem Podium wurde nicht nur über Ursachen und Ist-Zustände, sondern auch über Lösungen diskutiert:

  • Achtet auf Eure Zeit und werdet nicht zum Sklaven des Unternehmens – es geht auch anders
  • Lasst Euch die Butter nicht vom Brot – und die Arbeitsergebnisse nicht abnehmen
  • Schreit „Hier!“ wenn Posten zu vergeben sind
  • Sucht Euch Unterstützung
  • Lernt von den Männern, macht eine Bestandsaufnahme und eine Zieldefinition
  • Klärt: Was kann ich, wer bin ich, wo will ich hin?
  • Setzt Euch EIN Ziel und verfolgt es konsequent, statt Euch zu verzetteln
  • Bildet und nutzt ein gut gemischtes Netzwerk, Männer und Frauen, fachlich, politisch
  • Sagt, was Ihr zu sagen habt, immer wieder und nicht nur einmal

Den Glanzpunkt des Tages setzte Keynote Speakerin und Vocal Coach Liz Howard – übrigens bei der MANAGERIN verantwortlich für „The Global Playground“, unsere englischsprachige Rubrik. Ihre Botschaft, bei einem musikalischen Vortrag mitreißend vorgetragen: Lasst Eure einzigartige Persönlichkeit strahlen. Und schenkt anderen Frauen großzügig Lob und Anerkennung, wenn die ihren „Popo-Tag“ haben und besonders gut aussehen…

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